Unsere bunte Vogelwelt
  Horst beim Doktor
 
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Horst's erster Gang zum Onkel Doktor

Am 10. Januar 2008 musste ich das erste Mal mit meiner Familie zum Tierarzt. Die ganze Woche habe ich mich schon etwas seltsam verhalten (hatte absolut keine Lust auf mein Rennrad) und an diesem Morgen war ich gar nicht ich selbst. Meine Mehlwürmer habe ich über Nacht verschmäht und Frauchen machte sich große Sorgen und weckte mich, um zu schauen, ob alles okay sei. Sie hob meine Höhle hoch und ich war nicht mehr in der Lage, das gewohnte Fauchen und Schnaufen von mir zu geben, statt dessen fiel mein Kopf schlapp aus meiner Kuschelhöhle und sie dachte wahrscheinlich, mein Herzchen schlägt nicht mehr. Also versuchte ich mit letzter Kraft, mein Näschen zu bewegen, um ein Lebenszeichen zu geben. Aber es ging mir gar nicht gut, die Hinterbeine schienen wie gelähmt (deswegen kam ich ja auch nicht an die leckeren Würmchen ran), mein ganzer Körper wackelte durch die Gegend, als hätte ich ein "Schlückchen" zuviel genommen...


Also hat Frauchen schnell beim Tierarzt angerufen und ruck zuck waren wir da.
Beim Tierarzt im Behandlungsraum fing ich langsam wieder an, meine Hinterbeine zu bewegen, aber es stimmte einfach etwas nicht... Sie gehorchten mir nicht wirklich.
Ich hatte normal meinen Kot abgelegt und auch meine Lunge wies beim Abhören nichts auffälliges auf. Was die Tierärzte so alles fragen, wohl noch nichts von Privatsphäre gehört?? Als würde ich sie fragen, wie ihr Häufchen aussieht und ob gepullert wurde...
Ich bekam eine Spritze mit Antibiotikum, Schmerzmittel und Vitamin B12 (natürlich war ich ein Musterpatient bei der Behandlung) und wir bekamen Schmerzmittel mit, falls ich wieder solch einen Anfall bekommen würde.


Den ganzen Abend habe ich recht viel geschlafen, habe auch sofort meine Mehlwürmer verspeist, aber der Ausflug und die Medikamente waren sehr anstrengend für mich.
Am nächsten Abend sollten wir noch einmal beim Tierarzt reinschauen und ich wurde noch einmal untersucht, alles schien in Ordnung zu sein. Ich bekam nochmals eine Spritze (diesmal habe ich mir nicht alles gefallen lassen!) und habe das Personal mächtig von der Arbeit (es war 10 Min. vor Feierabend) abgehalten, denn wer hat schon mal einen solch hübschen Langohrigel gesehen? Ich war der absolute Liebling, toll!


Heute (13. Januar 2008) wurde ich schon wieder von Frauchen in die Transportbox gesetzt, denn hinter meinen linken Ohr hat sich eine schmerzhafte blutige Entzündung eingenistet. Bis jetzt ist auch noch unklar, woher diese kommt.
Zum Glück hat unser Tierarzt ja Notdienst und hat uns nach einem schnellen Telefonat schon erwartet. Diesmal war sie aber gar nicht lieb zu mir. Ich bekam ein Desinfektionsmittel auf die Wunde, was verdammt dolle gezwiebelt hat und danach war meine Geduld am Ende, ich ließ mich nicht mehr anfassen, machte kräftig Randale.

Dann sollte ich wieder eine Spritze bekommen, etwas entzündungshemmendes. Vorher sollte ich gewogen werden. Was soll denn nun das schon wieder? Jetzt ist aber mal genug, solch etwas intimes geht ja wohl keinen was an! Naja, schließlich musste ich nachgeben und brachte 500 g auf die Waage, ein stolzes Gewicht.
Also wurde ich wieder gepickst und dann durfte ich nach Hause, natürlich nicht, ohne mir für morgen wieder ein neues Date einzuheimsen...
Nun schlafe ich gemütlich in meinem frisch gesäuberten Zuhause. Frauchen hat mir einfach mein Sandbad weg genommen, faselte irgendwas von Sand in der offenen Wunde wäre nicht gut usw... So ein Mist, so langsam sollte ich doch wieder gesund werden, wer weiß, was sonst noch kommt? Nicht, dass ich bald auch noch auf nacktem Boden schlafen muss?! Das ginge ja gar nicht.


Heute Abend um 18 Uhr muss meine Wunde noch einmal desinfiziert werden. Frauchen hat mir davon nichts erzählt, so eine Gemeinheit, aber ich habe es beim Tierarzt ganz genau gehört, obwohl sie geflüstert haben, aber einem LANGOHR-Igel entgeht nichts!!!


So, gestern (14. Januar 2008) war ich mit meinem Herrchen beim Tierarzt, denn Frauchen musste arbeiten. Es gibt soweit nichts neues, habe mal wieder einen Pickser bekommen.


Heute (15. Januar 2008) war ich vorerst das letzte Mal beim Onkel Doc, meine Wunde nässt nicht mehr und ist schon ein wenig besser geworden. Nun muss sie von meinem Frauchen alle 2 Tage gründlich gereinigt werden und nur im Notfall muss ich noch mal hin zum Doktor, Gott sei Dank! Ich habe nämlich keine Lust mehr auf den Arzt, jedes Mal wird mir weh getan.

Aber wenn ich ehrlich bin, hat er mir ja auch sehr geholfen, es geht mir schon wesentlich besser und somit bergauf!


So, heute (19. Januar 2008) muss ich ein wenig nachholen.
Leider geht es mir seit Dienstag Abend viel schlechter. ich fresse seit Dienstag Abend nichts mehr (habe total den Appetit verloren) und auch sonst ist mein Allgemeinzustand nicht der Beste. Zweimal war ich schon wieder beim Doktor, aber es scheint alles ein wenig verzwickt. Frauchen hat sich jetzt auch gegen mich verschworen, seit 2 Tagen spritzt sie mir jetzt die Medikamente unter die Jacke, was mir ganz und gar nicht gefällt, aber was sein muss, muss wohl sein...
Aber ich lasse mir weiterhin nichts gefallen, wehre mich kräftig.

Ich melde mich die nächsten Tage wieder, um zu berichten, was mein Gesundheitszustand verrät.

Ich hoffe, ihr drückt mir alle die Daumen, dass es mir bald wieder besser geht, denn leider sieht es im Moment nicht gut aus mit mir...


Gestern (21. Januar 2008) wurde ich in der Tierklinik stationär aufgenommen. Ich habe in 1 Woche 100 Gramm abgenommen, fresse noch immer nicht und bin auch nicht mehr so "lebendig" wie sonst beim Tierarzt. Naja, so können sie mir wenigstens besser helfen und haben auch mehr Möglichkeiten als Frauchen zu Hause. Dort ist es zwar lange nicht so schön wie zu Hause, aber da ich ein Herzensbrecher bin, habe ich mal wieder mit meiner charmanten Art alle um den Finger gewickelt und werde verwöhnt.
Nun muss ich schnell gesund werden, damit ich wieder nach Hause darf, denn das ist mein größter Wunsch!
Näheres folgt heute Abend, da telefoniert Frauchen mit dem Doktor und erfährt weiteres von mir.

Nun muss ich leider selbst berichten:

24. Januar 2008: Leider habe ich keine guten Nachrichten. Wir haben Horst grade friedlich einschlafen lassen. Es hatte einfach keinen Sinn mehr, er hat die Nahrung gar nicht mehr runter geschluckt und alles verweigert. Als wir vorhin da waren, war es nicht mehr unser Horst. Er lag nur noch da, reagierte auf gar nichts mehr, also haben wir ihn von seinen Qualen erlöst. Nun muss er nicht mehr leiden und ist hoffentlich auf dem Weg in ein neues schönes Leben.

Horst, ich werde nie vergessen, wie du mich das erste Mal angeschaut hast mit deinen Knopfaugen und deinem frechen Gesicht. Du hast uns sehr viel Freude bereitet. Natürlich zählen dazu auch die schlaflosen Nächte!

Nie wieder wirst du abends um deine Würmchen betteln und mir fast die Hand abbeißen, um an deine Leckerchen zu kommen. Auch wirst du nie wieder Sportler des Monats werden. Es war eine wunderschöne Zeit mit dir und ich bin froh, dass ich sie mit dir erleben durfte. Vielen Dank für alles.

Schlaf gut, mein Kleiner Igelprinz, Sir Horst!



 
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